Sputendorf Ortsschild Dorfkirche Sputendorf Sputendorfer Dorfanger Sputendorfer Bürgerhaus Sputendorfer Dorfkirche

Sputendorf


Sputendorf wurde 1299 erstmals als „Sputelendorf“ erwähnt, als die Siedlung zusammen mit Teltow und sieben Dörfern dem Bischof von Brandenburg übertragen wurde. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts setzte sich die in Kleinmachnow residierende Familie von Hake im Dorf fest. 1435 bestätigte ihnen Markgraf Johann den Lehnbesitz von halb Sputelendorf. Die andere Hälfte ging an den kurfürstlichen Lehnsträger Henningk Strobant. Im Jahre 1610 müssen die Hakes fast das ganze Dorf in ihren Besitz gebracht haben. Am 25. August 1689 kaufte der Große Kurfürst von Otto von Hake das Dorf für 4500 Taler, am 8. März 1681 auch die dem Bürgermeister Tieffenbach gehörigen Grundstücke. Der Ort wurde dem Amt Saarmund unterstellt, das nach den Befreiungskriegen wieder aufgelöst wurde. Sputendorf kam an das Amt Potsdam.

Rund um Sputendorf finden sich – gewissermaßen auch als Denkmal – noch immer Rieselfelder in ihrem ursprünglichen Zustand, parzelliert und terrassiert, dazu Dämme mit Eichen, Wege mit Obstbäumen und Gräben mit Holunder begrünt.

Das 1910 entstandene Gut Sputendorf der Berliner Stadtgüter war von 1949 bis zum Fall der Mauer Volkseigentum. Auf 1400 Hektar Land waren bis zum Jahre 1990 über 300 Menschen mit der Aufzucht von Jungrindern und Schweinemast beschäftigt. Nachdem das Bundesverwaltungsgericht entschieden hatte, dass die im Land Brandenburg liegenden Grundstücke rechtmäßiges Eigentum der Stadt Berlin sind, erfolgte die „Rückübertragung“ an die Berliner Stadtgüter. Da Viehwirtschaft keine öffentliche Aufgabe des Landes Berlin darstellt, wurde diese eingestellt. Inzwischen sind auch die Ställe auf dem ehemaligen Wirtschaftshof abgerissen.

Sputendorf hat eine idyllische Dorfaue. Zum Ensemble gehören zwei Angerteiche, Kirche, die alte Schule, in der heute das Bürgerhaus untergebracht ist, sowie drumherum eine Reihe von Häusern, die einst Gehöfte von Bauern und Kossäten waren. Das aus Granitfindlingen erbaute Gotteshaus entstand Ende des 13., Anfang des 14. Jahrhunderts. Es hat die Form eines länglichen Rechtecks, dem sich im Osten ein gleichfalls rechteckiger Chor anschließt. Über der Westfront befindet sich als verbretterter Dachaufbau der Turm.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands erlebte Sputendorf, seit 2001 ein Ortsteil von Stahnsdorf, einen enormen Bevölkerungszuwachs. An den Ortsrändern entstanden großflächige Wohnsiedlungen. Wo früher Schweine gemästet wurden, wird heute geritten, wo einst Agrarflugzeuge mit ihren Flüssigdüngebehältern starteten, ist 1994 ein Modellflugplatz entstanden. Reiterhof, Restauration, Café und ein Hofatelier mit einem Modedesign-Studio für individuelle Mode nach Maß ergänzen das Sputendorfer Angebot.