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Güterfelde


Es ist noch nicht lange her, da gehörte Stahnsdorf mit seinen heutigen Ortsteilen Güterfelde, Schenkenhorst und Sputendorf neben Charlottenburg, Friedenau, Schöneberg, Rixdorf und Wilmersdorf zum Kreis Teltow, der seinerzeit bis an die Spree bei Spandau und den Kreuzberg heranreichte. Dieser „bedeutendste“ Landkreis Preußens war nach dem Wiener Kongress entstanden und existierte von 1816 bis 1952. Nachdem Berlin 1871 zur Reichshauptstadt erklärt worden war, entwickelten sich einige dieser Gemeinden so stürmisch, dass sie zu eigenen Stadtkreisen erklärt wurden. Mit der Bildung von Groß-Berlin im Jahr 1920 verlor der Kreis Teltow weitere Gemeinden und Gutsbezirke. Zwischen Zehlendorf und Güterfelde wurde schließlich die Grenze zwischen Stadt und Land gezogen.

Güterfelde, erstmals 1258 als wendische Siedlung „Jutergotz“ erwähnt, kann mit klangvollen Namen der preußischen Geschichte aufwarten. Als Besitzer werden aufgelistet die Familien von Beeren, von Schlabrendorff und von Hake sowie der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg. Am 4. Juli 1804 übernahm (der Geheime Oberfinanz-, Kriegs- und Domainen-Rath und General-Lotterie-Administrator) August Friedrich Grothe den Besitz. Er beauftragte den Baumeister David Gilly mit Entwurf und Bau eines Herrenhauses, das allerdings, wie auf der Ansicht aus der Sammlung Duncker ersichtlich, im Jahr 1868 entscheidend verändert wurde, aber in seiner Grundstruktur – trotz weiterer baulicher Veränderungen in den folgenden Jahrzehnten – noch heute existiert.

Im Jahr 1893 kaufte die Stadt Berlin Gut und Herrenhaus und richtete dort ein Erholungsheim der Berliner Krankenkasse ein. 1935 folgte die SA, 1945 die Rote Armee und nach ihrem Auszug erst einmal eine Phase des Leerstandes und der Zerstörung, bis schließlich aus dem Güterfelder Schloss ein Altenpflegeheim wurde. Zwischenzeitlich, dies sei hinzugefügt, hatten die Nationalsozialisten im Jahr 1937 den wendischen Namen Gütergotz getilgt und machten daraus Güterfelde. Im gleichen Jahr wurde aus Schenkendorf Schenkenhorst, obwohl die Siedlung 1375 erstmals urkundlich als Schenkendorpp erwähnt wurde.

Zu den um 1900 aufblühenden Berliner Vororten gehörte auch die selbstständige Gemeinde Friedenau. Da ihr Friedhof in der Stubenrauchstraße an die Grenzen seiner Kapazität gestoßen war, erwarb die Gemeinde ein dem Südwestkirchhof benachbartes Areal von 6,5 Hektar. Die Planung der in der Gemarkung Gütergotz (heute Güterfelde/Stahnsdorf) liegenden Bestattungsfläche oblag dem Friedenauer Gemeindebaurat Hans Altmann. Der Architekt entwickelte für den im Jahre 1914 eröffneten „Friedhof der Gemeinde Friedenau Gütergotz“ ein Wegenetz, dass an den Friedenauer Ortsplan erinnert. Mit Gründung von Groß-Berlin im Jahre 1920 wurde Friedenau Teil von Schöneberg und aus dem Friedhof der „Waldfriedhof Schöneberg“. Da die Verwaltung 1935 dem Stadtbezirk Wilmersdorf zugeordnet wurde, hieß die Anlage dann „Wilmersdorfer Waldfriedhof Güterfelde“. Auf diesem Friedhof befindet sich das Grab von Max Schreck, bekannt als Graf Orlok aus Murnaus Film „Nosferatu“.

Nach Informationen der „Märkischen Allgemeinen Zeitung“ wurde im Oktober 2010 für das inzwischen wieder ungenutzte Herrenhaus ein Kaufvertrag abgeschlossen. Nach den Plänen einer Grundstücksentwicklungsgesellschaft soll in dem historischen Gemäuer hochwertiges Wohnen verwirklicht werden. Behutsame Sanierung und Rekonstruktion sind angesagt, auch soll die einst vom Potsdamer Oberhofgärtner und Lenné-Schüler Theodor Nietner angelegte Parklandschaft wieder dem Vorbild angenähert werden. Hoffentlich erweist sich das als Segen für Güterfelde.